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Bürgerhaus Neuenhagen
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Geschichte des Bürgerhauses

Unser Bürgerhaus hat eine fast 150-jährige Geschichte, die eng mit der Entwicklung unserer Gemeinde verbunden ist. Mit dem Bau der Ostbahn fing alles an. Nach ihrer Eröffnung im Jahre 1867 und der Einweihung des Neuenhagener Bahnhofs erbaute noch im gleichen Jahr der Neuenhagener Bauer Johann Friedrich Wolter seinen „Dorfkrug“. Dieser befand sich in unmittelbarer Nachbarschaft des Bahnhofs, lag verkehrsgünstig direkt an den Bahngleisen und an der Kreischaussee zwischen Altlandsberg und Schöneiche. Alle Reisenden – ob per Bahn oder Pferdefuhrwerk – kamen so am Wolterschen Gasthof vorbei und kehrten nicht selten dort ein.

 

Bürgerhaus historisch
Um die Jahrhundertwende wurde ein großer Festsaal mit Bühne angebaut. Dort fanden Dorffeste, Tanzabende und erste Kinoveranstaltungen statt. Die berühmte deutsche Filmschauspielerin der 1920er und 1930er Jahre, Henny Porten, sammelte hier ihre ersten Bühnenerfahrungen, indem sie in einem Volksstück auf die Bühne und vors Publikum trat.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Gasthof für kurze Zeit von der sowjetischen Besatzungsmacht beschlagnahmt. Dann folgten die Enteignung und wenig später die Wiedereröffnung als „Volkshaus“. Im Jahre 1953 wurde ein „Arbeitsausschuss Kulturhaus“ gegründet, der die Rekonstruktion und den Ausbau des Hauses im Rahmen des Nationalen Aufbauwerks zum Ziel hatte. Rund zwei Jahre dauerte die umfassende Rekonstruktion des Hauses. 1955 wurde der gesamte Kulturhauskomplex der Neuenhagener Bevölkerung zur Nutzung übergeben. Im Jahre 1963 übernahm Traugott Lattner die Leitung des Hauses.

 

Bürgerhaus 1960er Jahre

 

1967 kam Erna Hensel als neue Kulturhausleiterin ins Haus. In ihre Amtszeit fallen die Bildung zahlreicher Arbeitsgemeinschaften und Zirkel wie Kindertanz, Gesellschaftstanz, Pionierkabarett, Schach, Frauengymnastik und viele mehr.  Das Kulturhaus wurde zu einer Institution in Neuenhagen. Hier war immer etwas los und die Neuenhagener liebten ihr „Kulle“. Bereits 1974 folgte eine weitere Rekonstruktion des Hauses. Theater, Kino, Tanzabende, Konzerte, Kabarett – das ganze Spektrum kultureller Angebote war im Kulturhaus zu erleben. Im Jahre 1980 rief Ortwin Schubert die Abonnementkonzerte ins Leben, die bis zum heutigen Tag als Kammerkonzerte im Bürgerhaus stattfinden.

 

Pioniertanzgruppe

Ab 1983 schwang Klaus Kuschel als Leiter des Kulturhauses hier das Zepter. Bereits im folgenden Jahr erhielt die Einrichtung den Status eines Kreiskulturhauses. Bis in die 1990er Jahre hinein wurde das „Kulle“ außerordentlich stark frequentiert. Pro Jahr gab es zwischen 600 und 800 Veranstaltungen im Saal, in der Veranda und den einzelnen Klubräumen. Hier gastierten namhafte Ensembles aus nah und fern, trafen sich die Neuenhagener Nachwuchsschauspieler der „Bühnenstürmer“ und tobte in jeder Saison der Karneval mit dem NKC. Weihnachtsfeiern, Frauentagspartys, Jugendweihen, Republikgeburtstage – Anlässe zum Feiern gab es das ganze Jahr über, und die Neuenhagener nutzten gern die Gelegenheit. 

 

Karneval

 

Mit der politischen Wende begann eine neue Zeit fürs „Kulle“. Aus dem Kultur- wurde ein Bürgerhaus, die Gaststätte erhielt einen Pächter, die Belegschaft wurde reduziert. Bis Ende Juli 1997 blieb die Gemeinde als Verwalterin des Hauses in der Pflicht. Danach übernahm der bisherige Gaststättenpächter, die ALAR Catering- und Handels-GmbH mit Raimond Senzel an der Spitze, das gesamte Haus und hielt den Betrieb aufrecht. 2003 endete diese Zeit. Nach Monaten des Übergangs und erneuten Sanierungsmaßnahmen am immer baufälliger werdenden Haus übernahm am 1. Mai 2004 der Gastronom Franz Plank das Bürgerhaus und bewirtschaftete es bis Anfang 2010.

 

Bürgerhaus 1990er Jahre

 

Ab April 2010 wurde das alte Bürgerhaus abgerissen und durch einen modernen Neubau ersetzt. Die Bibliothek, die schon früher seit 1972 in einer Baracke neben dem Kultur- und späteren Bürgerhaus angesiedelt war, zog mit in den Neubau. Im Juni 2011 wurde das neue Bürgerhaus mit einer Festwoche eröffnet.

Grundsteinlegung